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Nord-Ostsee-Kanal, Probleme und kein Ende in Sicht

Frachter PALMERTON bricht Fahrt durch den Nord-Ostsee-kanal wegen Kanalprobleme ab.
Der Schwergutfrachter PALMERTON (Archivbild) lag heute vor Brunbüttel und drehte am Abend Richtung Nordsee ab.

Offensichtlich gibt es wieder einmal erhebliche Probleme mit den großen Schleusen in Brunsbüttel. Während sich der Neubau der 5. Schleuse immer weiter verzögert, reißen die Probleme mit den alten Schleusen nicht ab.

 

In Kiel ist derzeit nur eine große Schleuse nutzbar, die zweite Schleuse wird gewartet. Die beiden kleinen Schleusen aus dem Jahr 1895 sind in Kiel sind auch zur Zeit nicht nutzbar.

 

Nun scheint es auch in Brunsbüttel erneut erhebliche Probleme mit den großen Schleusenkammern zu geben. Die nördliche Schleuse wird zur Zeit nicht genutzt. Die südliche große Schleuse kann derzeit scheinbar auch nicht richtig genutzt werden.

 

Heute wollte zum Beispiel der SAL Schwergutfrachter PALMERTON den Kanal in Richtung Kiel befahren. Er traf gegen Mittag in Brunsbüttel ein. Er ging dann auf Warteposition. Es erfolgten in den Folge zwar zwei Ausschleusungen aus dem Kanal, jedoch wurde die Einfahrt in Richtung Kanal nicht freigegeben. Es wurde das elbseitige Tor wieder geschlossen und das Tor Richtung Kanal wieder geöffnet.

 

Vieles deutet daraufhin, dass der Wasserstand in der Schleusenkammer nicht mehr richtig angepasst werden kann.  Dies legt die Vermutung nahe, dass der Wasserstand in der Schleuse nur noch abgesenkt , aber bei niedrigen Wasserstand in der Elbe nicht mehr dem  höheren Kanalniveau angepasst werden kann. Dieses bedingt aus Richtung Elbe ein nur sehr kleines Zeitfenster für die Schleusung.

 

Glücklicherweise können in Brunsbüttel kleinere Schiffe noch die kleinen Schleusen nutzen. Somit sind sie nicht direkt betroffen.

 

Das es Probleme gibt belegt auch, dass die PALMERTON gegen 19.00 Uhr die Wartepostion vor Brunsbüttel in Richtung Nordsee verlassen hat. Sie wird nun über Skagen ihren Zielhafen Rostock anlaufen.

 

Man könnte sagen: Mal wieder ein Symbol von Einsparungen und deren Folgen. Jedenfalls mal wieder ein "Werbeerfolg" für den Nord-Ostsee-Kanal und seiner Zuverlässigkeit.

 

Update:

Gegen 20 Uhr wurde es nun auch offiziell, es gibt in Brunsbüttel ein Problem mit der großen Südschleuse. Infolgedessen wurde der Kanal für große Schiffe, über 125 Meter Länge, nun gesperrt wurde. Meldungen, im Kanal befindliche große Schiffe hätten über die Kieler Schleuse den Kanal wieder zu verlassen, sind nicht richtig. Am Abend gegen 22 Uhr hat das 168 m Lange Containerschiff ESSENCE noch die Schleuse in Brunsbüttel Richtung Elbe passiert. Sie war zur Zeit der Sperrung als einziges großes Schiff Richtung Brunsbüttel im Kanal unterwegs.

 

Dieses belegt, dass die Schleuse nicht völlig funktionsunfähig ist, es aber offenbar Probleme mit der Anpassung an Wasserständen gibt.

 

Zur Zeit scheint es noch völlig offen wann der Defekt der Schleuse behoben sein wird. Inzwischen wurden Taucher zur Suche der Ursache angefordert.

 

Update 22.09.2019

Am Abend wurde klar, der erste Versuch das Problem zu beheben ist gescheitert.

In der Nische im Mitteldamm, wo das Tor bei schließen einfährt, hat sich Mischung aus Schlamm, Steinen und Holz angesammelt. Neben den Einsatz von Tauchern hat man auch den mit vor Ort stationierten Saugebagger V.D. GRAAF SR eine Reinigung versucht. Nach mehreren Testläufen mit dem Elbetor der Schleuse zeigte sich jedoch, die Reinigung war nicht erfolgreich. Das Tor schloss auch weiterhin nicht richtig. Am Montag soll ein weiterer Versuch zur Reinigung gestartet werden.

 

Inzwischen hat auch das letzte, seit gestern, vor Brunsbüttel wartende Schiff, der Tanker EVINCO, sich am Abend auf den Weg Richtung Skagen gemacht.

 


Christina Brüggmann

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