· 

Häfen wollen noch größere Containerschiffe verhindern

Eines der derzeit größten Containerschiffe der Welt auf der Elbe
Eines der derzeit größten Containerschiffe der Welt auf der Elbe

Die europäischen Häfen sehen für die Zukunft ein weiteres anwachsen der Containerschiffsgröße. Während die gegenwärtigen größten Schiffe mit 23.000 TEU eine Länge von 400 Metern und eine Breite von ca. 60 Metern haben, könnten nach Studien bald noch größere Schiffe von den Reedereien bestellt werden. Die könnten dann 25.000 TEU bei einer Länge von 435 Metern und einem Tiefgang von 17 Metern, oder auch 30.000 TEU,  bei dann einer Länge von 460 Metern und einer Breite von 68 Metern.

 

Eine solche Entwicklung würde in den Häfen zu enormen Kosten führen. Die Kaianlagen, Fahrrinnen und Wendekreise müssten diesen neuen Giganten angepasst werden. Die Kosten wären meist von den Steuerzahlern zu tragen. Selbst die gegenwärtig für rund 800 Millionen Euro begonnene Elbvertiefung wäre für derartige Giganten nicht ausreichend. Aber auch andere europäische Häfen müssten für derartige Schiffe erneut Investitionen tätigen.

 

Gegen den anhaltenden Wettkampf der Reedereien stellen sich nun die Häfen und ihre Betreiber. Sie wollen nicht mehr immer wieder die hohen Kosten für die Anpassung der Häfen für immer größere Riesencontainerschiffe tragen.

 

Da die Containerschifffahrt im wesentlichen in drei Allianzen aufgeteilt ist, könnte hier mittels EU-Kartellrechts auf die Schiffsgröße eingewirkt werden. Diese Allianzen benötigen die Zustimmung der großen Kartellbehörden in den USA, Europa und China. Die europäische Genehmigung für die Allianzen läuft im März nächsten Jahres aus. Von daher wäre es möglich eine neue Genehmigung an Auflagen bezüglich der Schiffsgröße zu koppeln. Dieses könnte die Schiffsgröße auf das gegenwärtige Maximum begrenzt werden.

 

Inwieweit diese Forderung innerhalb der EU umgesetzt wird, bliebt abzuwarten. Jedenfalls ist die Größeneinschränkung auf dem Tisch.

 

Die Reaktion der Reedereien ist auch offen. Es könnte sein, das im Vorfeld des EU-Genehmigungsverfahrens die eine oder andere Reederei Bauaufträge für Schiffe jenseits der 23.000 TEU Marke abschließt und sich so die Faktenlage auch ändern könnte.

 

Der Verband Deutscher Reeder kann nicht nachvollziehen, weshalb "private Hafenbetreiber" staatliche Verbote fordern. Die Wirksamkeit wird auch in Frage gestellt, da sich die Unternehmen dann andere Wege und Häfen, ohne Begrenzung der Größe, suchen würden, was den EU-Häfen schaden könnte.

 

Da eine Größenbegrenzung für alle Häfen der EU Gültigkeit hätte, fällt in diesen Zusammenhang der Blick  wohl auf Großbritannien und dem Brexit. Nach dem Ausscheiden aus der EU hätten EU-Abkommen keine Bedeutung mehr für die Häfen. Somit könnten hier, direkt vor der Haustür der EU, die noch größeren Containerschiffe abgefertigt werden. Der EU-Raum würde dann von dort mit entsprechenden Feederdiensten bedient werden.


Christina Brüggmann

Stadtstr. 112

25348 Glückstadt

Tel.: 04124-89 029 41

EMail: info@schiffsfotos-cb.de

Alle Angaben auf dieser Website  sind ohne Gewähr auf Richtigkeit.

Alle Fotos sind URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT

Partnerseite