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Update zur Kollision der EVER GIVEN mit der FINKENWERDER

Die EVER GIVEN nach der Kollision in Begleitung des Polizeibootes BÜRGERMEISTER WEICHMANN
Die EVER GIVEN nach der Kollision in Begleitung des Polizeibootes BÜRGERMEISTER WEICHMANN

Nach der Kollision des 400 Meter langen Großcontainers mit der Hadag Fähre FINKENWERDER und der Beschädigung des Anlegers Blankenese, laufen die Ermittlungen über die Ursache auf Hochtouren.

 

Bisher scheiden scheinbar technische Probleme an Bord der EVER GIVEN aus. Gegen den Kapitän des Containerschiffes in ein Ermittlungsverfahren  wegen fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr eingeleitet worden.

 

Die genaue Ursache ist bisher noch nicht geklärt.  Ein Navigationsfehler kann bisher ebenso wenig wie der Einfluss des starken Windes ausgeschlossen werden.

 

Inzwischen  ist jedoch bekannt, dass der begleitende Schlepper am Heck der EVER GIVEN mangels Leinenverbindung mit dem Containerschiff nicht eingreifen konnte.

 

Ein Windfahrverbot für die Elbe hat zum Zeitpunkt des Auslaufens auch nicht bestanden. Allerdings wurde nach Presseinformationen offenbar wegen des stark zunehmenden Windes 2 Minuten nach der Kollision ein entsprechendes Windfahrverbot ausgesprochen.

 

Der Schaden auf an der FINKENWERDEER soll sich im sechsstelligen Bereich bewegen und der Ponton Blankenese,  sowie die darauf befindlichen Restaurants,  bleiben bis auf weiteres gesperrt.

 

Persönliche Einschätzung zur Ursache:

Ich persönliche sehe im Moment eine mögliche Ursache im starken Wind. Da die Schiffe an dieser Stelle ohnehin mit einer geringen Geschwindigkeit laufen, um die 9 Knoten, ist die Wirkung des Ruders auch verringert. Hier könnte auch noch hineinspielen, dass die EVER GIVEN mit dem Ebbstrom, also der Strömung von achtern, aus Hamburg  unterwegs war. Auch wenn wegen des Windes mit dem Ruder ohnehin gegengesteuert wurde, könnte das Containerschiff von einer heftigen Böe getroffen  und in Richtung des Anlegers gedrückt worden sein. (Allein der Rumpf des Schiffes, ohne Einbeziehung der Deckscontainer,  hat über 10.000 m² Angriffsfläche) Selbst mit harter Ruderlage und möglichen Einsatz der Bugstrahlruder war es eventuell nicht möglich  der seitlichen Drift, und der hieraus entstandenen seitlichen Bewegungsenergie, rechtzeitig entgegenzuwirken. Eine Unterstützung des begleitenden Schleppers war auf Grund der fehlenden Leinenverbindung nicht möglich. Das Schiff konnte zwar abgefangen und wieder ins Fahrwasser gebracht werden, jedoch ist der Containerfrachter zuvor mit der am Anleger liegenden FINKENWERDER kollidiert.

 

Ein weiterer Faktor ist womöglich, dass  der EVER GIVEN auch Schiffe entgegenkamen. Hierdurch könnte sie auch dichter  am Fahrwasserrand gefahren sein, wodurch sie dann auch näher zum Ufer gewesen wäre. Dieses hätte die Reaktionszeit weiter verkürzt.

 

Dieses ist im Moment eine Spekulation, aber aus meiner Sicht eine mögliche Ursache. Genauere Erkenntnisse zur Unfallursache dürften seitens der Ermittlungsbehörden frühestens gegen Ende der Woche vorliegen.


Christina Brüggmann

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